Familienpolitik

Positionen der CDU Oberhavel zu den Themen Familie, Senioren, Frauen und Jugend
 
 
1.   Familie

Ausgangslage:
Das Familienbild hat sich grundlegend verändert. Doppelverdiener sind heute die Regel, nicht die Ausnahme. Auch Väter erziehen ihre Kinder heute mit, nicht mehr nur die Frauen. Frauen verdienen heute teilweise mehr als ihre Ehemännner.
Aber auch Hartz IV-Familien sind hierbei zu berücksichtigen. Deren Lebenslage ist eine völlig andere als die einer Familie, die ihren Lebensunterhalt selbst verdient.
Für jede Lebenslage ergeben sich allerdings Konsequenzen für die Familie, die nicht nur die Familie selbst, sondern auch die Gesellschaft und den Staat insgesamt betreffen. Daher müssen Familien (unterschiedlich) gestärkt werden, was eine primäre Aufgabe des Staates ist (Art. 6 Abs. 1 und 4 GG), ohne sie von ihren Rechten und Pflichten zu entbinden.
Wir stehen für
 
         Vereinbarkeit von Familie und Beruf

  • flexiblere Arbeitszeiten
  • Teilzeitarbeitsplätze schaffen
  • wo möglich, Schaffung von Telearbeitsplätzen
  • Kinderbetreuung
  • Fortsetzung des Ausbaus der Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige
  • flexiblere Öffnungszeiten der Kitas
  • Mehr Qualität in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der pädagogischen Kräfte in der Kinderbetreuung ausbauen
  • Kitabesuch langfristig beitragsfrei ermöglichen
  • verpflichtende Vorschule für alle ab 4 Jahre
  • Ganztagsschulen
  • mehr Schulen in freier Trägerschaft
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Keine Abschaffung von Förderschulen
  • Förderung von haushaltsnahen Dienstleistungen (damit sich die Eltern in ihrer Freizeit gemeinsam um die Kinder kümmern können und nicht ein Teil überwiegend für die Hausarbeit zuständig ist)
 
Laut Art. 6 Abs. 2 GG sind Pflege und Erziehung das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Trotzdem wird heute immer mehr an Pflichten der Gesellschaft und dem Staat aufgebürdet. So sollen z.B. die pädagogischen Kräfte (Erzieher und Lehrer) immer mehr die Aufgaben der Erziehung und die Gestaltung von Freizeit übernehmen; in der Familie kommen sie oft zu kurz. Hier muß gegengesteuert werden und die Familien wieder mehr zu ihren Pflichten zurückfinden.
Wir stehen für:

        Werteerziehung
  • Was sind Werte? Wertschätzung, Ehrlichkeit, Traditionspflege, Respekt (vor dem Alter, dem Eigentum anderer, vor anderen Lebewesen, vor der Natur, Integration, Fleiß, Ehrgeiz etc.
  • Abgrenzung zwischen Ethik und Religion
  • Religion wieder mehr in der Vordergrund setzen
  • geinsame Aktivitäten in der Familie
  • Freizeit aktiv gestalten, z.B. gemeinsam Sport betreiben, musizieren, Spaziergänge in der freien Natur, Wissensspiele spielen etc. (nicht Kinder vor dem Fernseher oder PC „parken“)
  • Oma- und Opa-Betreuung (voneinander lernen, Respekt der Generationen untereinander, miteinander kochen, lesen etc.)
  • Hilfestellung der älteren Mitbürger in verschiedenen Projekten
  • Lese-Patenschaften
 
        Kinderschutz ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. 
  • Kampf gegen Kinderpornographie im Internet
  • Zugang zu gewaltverherrlichenden Computerspielen für Kinder und Jugendliche erschweren
  • Problemfamilien müssen regelmäßiger durch die Ordnungsbehörden kontrolliert werden (mehr Personal), aber auch rund um die Uhr kompetente Ansprechpartner haben
  • Kinderschutz ins Grundgesetz, jedoch gleichzeitig Schaffung von juristischen Grundlagen
  • KinderschutzG in Brandenburg
  • Einsetzung einer Kinderkommission zum Kanalisieren aller Aktivitäten und Probleme im Kinder- und Jugendbereich in allen Landkreisen, bestehend aus Abgeordneten und Mitglieder von Vereinen, Organisationen etc.
  • Einrichtung einer landesweit einheitlichen Kinderschutz-Hotline

Senioren

Ausgangslage:
Heute wohnen die einzelnen Generationen getrennt, nicht mehr wie früher alle unter einem Dach. Aber: Es gibt immer mehr Mehrgenerationenhäuser, da man erkannt hat, welche Vorteile das „Zusammenleben“ bzw. die „Begegnung“ von Jung und Alt haben kann. Daher ist für den Bau von Mehrgenerationenhäusern zu werben.
  • Die älteren Menschen fühlen sich wieder gebraucht, z.B. durch Kinderbetreuung, gemeinsame Aktivitäten wie Kochen, basteln, vorlesen etc.
  • Kinder und Jugendliche lernen wieder, mit älteren Menschen ganz natürlich umzugehen – das schafft Respekt voreinander.
  • Eltern können eigenen Interessen wie Tanzen, Essen gehen etc. auch einmal wieder nachgehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
  • MGH sind auch künftig im kleinen zu fördern, z.B. beim Zusammenleben von Kindern mit ihren Eltern (jeder in einer Doppelhaushälfte).
  • Es sollte eine sog. Bauherren-Förderung eingeführt werden. Die Mietwohnungen können prozentual an Jüngere und Ältere vermietet und dahin gehend auch kontrolliert werden.
  • Einsetzen von mehr „Senioren-Spielplätzen“ im Land (Sport- und Begegnungsstätten im Freien für Senioren).
 
Gerade seh- oder gehbehinderte ältere Menschen stehen oft vor dem Problem von Gebäuden ohne Aufzug bzw. Internetseiten und Beipackzetteln, die zu klein geschrieben sind = Bewusstseinsbildung durch Aufklärung.
  • In allen öffentlichen Gebäuden ist darauf zu achten, dass auch älteren Menschen der Zugang ermöglicht wird.
  • Wir müssen darauf hinwirken, dass Internetseiten mit der Lupenfunktion ausgestattet sind, die es älteren Menschen ermöglicht, den Inhalt lesen zu können.
  • Im ländlichen Raum ist die sog. „Gemeindeschwester“ nicht mehr wegzudenken. Aber eine große Konkurrenz bedeuten die privaten Pflegedienste, die von der Krankenkasse bezahlt werden.
 
Situation der Seniorinnen und Senioren in Oberhavel auf Basis der Antwort der Landesregierung Brandenburg auf die Große Anfrage der CDU-Fraktion von 2010:
 
Bevölkerungsstand am 31.12.2008:
 
45 – 65 Jahre:                      weiblich: 29.512
                                               männlich: 31.089
65 Jahre und älter:               weiblich: 23.828
                                               männlich: 18.106
 
Bevölkerungsprognose für BB insgesamt:
                        45 – 65 Jahre           65 Jahre und älter               80 Jahre und älter
2008:
Männer          389.710                     233.910                                 30.810
Frauen           377.910                     320.510                                 78.760
 
2010:
Männer          410.430                     240.470                                38.260
Frauen           396.450                     23.580                                  84.690
 
2020:
Männer          404.940                     299.750                                88.150
Frauen           392.860                     365.890                              131.770
 
2030:
Männer          330.470                     394.240                               104.850
Frauen           316.970                    451.020                                143.370
 

Wirtschaftliche Situation (Durchschnitt):
                                   Rentenbestand                                 Rentenzugang
                                   Männner         Frauen                       Männer           Frauen
Altersrenten               1.036              677                             913                 683
Witwen®renten         281                 564                             270                 563
 

Leistungen nach dem SGB XII (Grundsicherung im Alter):
In BB bekommen insgesamt 7.325 Menschen ergänzend bzw. ausschließlich Grundsicherungsleistungen i.H.v. durchschnittlich 273 Euro.
 
7 % der BB über 65 Jahre gelten als armutsgefährdet.
 
2.522 Personen in BB im Alter von 65 Jahren und älter waren 2009 versicherungspflichtig beschäftigt. Einen Minijob haben 16.820 Personen ausgeübt.
 
45.420 Seniorinnen und Senioren waren 2010 in BB in Sportvereinen organisiert.
 
In BB engagieren sich 35 % der ab 60jährigen ehrenamtlich. Weitere 24 % sind an einer Übernahme einer solchen Tätigkeit interessiert. Überwiegend sind die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kirche, Umwelt- und Tierschutz, Politik und Engagement am Wohnort gefragt.
 
In BB gibt es 28 vom Bund geförderte Mehrgenerationenhäuser.
 
Wohnen im Alter:
So lange wie möglich selbstbestimmt. Innenstadtwohnungen begehrt, da hier die notwendige Infrastruktur vorhanden ist.
 
2007 waren 72.871 Personen in BB ab 60 Jahre pflegebedürftig.
 
Davon werden 22.976 Personen durch einen ambulanten Pflegedienst zu Hause gepflegt.
 
31.605 werden von Angehörigen oder anderen Personen gepflegt.
 
Infos über Pflegestützpunkte.
 
Hospizplätze in BB:
Cottbus:                     15 Plätze
Lehnin:                       14 Plätze
FF Oder:                    13 Plätze
Neuruppin:                 10 Plätze
BB Havel:                  10 Plätze
Lauchhammer:          10 Plätze
Eberswalde:              9 Plätze
 
Gesundheit:
44 % der Personen in BB von 65 Jahre und älter leiden an mind. Einer körperlichen chronischen Erkrankung. Im Alter 65 bis unter 75 Jahre haben 35 % der vollstationären Behandlungsfälle eine chronische Erkankung, im Alter 80 Jahre und älter bereits 63 %.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (37 %), Stoffwechselerkrankungen (24 %), Krebserkrankungenn (5 %), Urogenitalsystem (5 %), Atemwegserkrankungen (5 %) und Erkrankungenn des Bewegungsapparates (5 %).
Erwartet werden mehr Demenzerkrankungen.
 
 

3.      Frauen
Es sind auch heute noch überwiegend die Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen. Trotzdem sind sie im Beruf immer noch nicht mit den Männern auf „Augenhöhe“, was das Gehalt betrifft. Hier ist Abhilfe zu schaffen.
-                     Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Schaffung von Rahmenbedingungen
-                     Entgeltgleichheit
-                     Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rente
-                     Frauen sensibilisieren, sich um höherwertige Posten und Ämter zu bewerben (halten sich oft zurück wegen der Familienplanung)
 

4.      Jugend
Die Jugend leidet heute am meisten darunter, dass sie keine berufliche Perspektive mehr hat. Andererseits beklagen Arbeitgeber, dass Jugendliche nicht mehr in der Lage sind, Auswahlverfahren zu bestehen. Wir müssen der Jugend wieder eine Perspektive geben und sie fit machen für den Arbeitsalltag.
-                     Weniger Computer, mehr Aktivitäten (mit Freunden, Familie)
-                     Förderung des Ehrenamtes auch hier schon – soziales Verhalten erlernen
-                     Freizeitmöglichkeiten schaffen (Jugendclubs, Bolzplätze etc.)
-                     Schaffung von Netzwerken von Ausbildern und angehenden Azubis
-                     Senioren als „Auflockerung“ des Schulunterrichtes, z.B. durch Erzählen ihrer Erlebnisse und Erfahrungen
 

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