Bildungspolitik

Arbeitskreis Bildung der CDU Oberhavel zur aktuellen Debatte um Inklusion:

 

Definition Inklusion als „allgemeinpädagogischer Ansatz“:

Im „Handlexikon der Behindertenpädagogik“ definiert Andreas Hinz den Ansatz der Inklusion als

„...allgemeinpädagogische[n] Ansatz, der auf der Basis von Bürgerrechten argumentiert, sich gegen jede gesellschaftliche Marginalisierung wendet und somit allen Menschen das gleiche volle Recht auf individuelle Entwicklung und soziale Teilhabe ungeachtet ihrer persönlichen Unterstützungsbedürfnisse zugesichert sehen will. Für den Bildungsbereich bedeutet dies einen uneingeschränkten Zugang und die unbedingte Zugehörigkeit zu allgemeinen Kindergärten und Schulen des sozialen Umfeldes, die vor der Aufgabe stehen, den individuellen Bedürfnissen aller zu entsprechen - und damit wird dem Verständnis der Inklusion entsprechend jeder Mensch als selbstverständliches Mitglied der Gemeinschaft anerkannt.“

Für die Vertreter des Inklusionskonzeptes gibt es keine abzuspaltenden  Gruppen von Schülerinnen und Schülern, sondern eine Schülergesamtheit, deren Mitglieder unterschiedliche Bedürfnisse haben. Viele Bedürfnisse werden von der Mehrheit geteilt und bilden die gemeinsamen Erziehungs- und Bildungsbedürfnisse. Alle Schülerinnen und Schüler haben nach dieser Auffassung darüber hinaus individuelle Bedürfnisse, darunter auch solche, für deren Befriedigung die Bereitstellung spezieller Mittel und Methoden notwendig bzw. sinnvoll sein kann. Die Vertreter der Inklusionspädagogik halten den Besuch einer wohnortnahen allgemeinen Schule und die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse aller für Menschenrechte und fordern, dass die Schule den Bedürfnissen ihrer Schülergesamtheit gewachsen sein soll. Es soll nach ihrer Auffassung eine Schule für alle konzipiert werden, aus der kein Kind mehr ausgeschlossen wird, weil es den jeweiligen Anforderungen nicht entsprechen kann.

Derzeitige Situation in Brandenburg zum Thema Inklusion

Inklusion resultiert aus der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (aus 2008, in Deutschland als völkerrechtlicher Vertrag abgeschlossen in 2011) und beinhaltet eine neue Ausrichtung des gesamten Bildungssystems. Diese sieht vor, behinderte Menschen in das bestehende Bildungssystem zu integrieren, um auch ihnen in vollem Umfang ein erfülltes Leben in der Gesellschaft möglich zu machen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention ist für alle europäischen Länder richtungsweisend.

Die letzte Rot-Rot-Regierung in Brandenburg setzt dies jedoch nicht richtig und erfolgreich um. Sie verfolgt anders ausgerichtete Ansätze, die Ziele werden falsch verstanden, so dass das Ganze auf langer Sicht gesehen, in die völlig falsche Richtung gehen könnte. Frau Ministerin Münch sieht vor, Förderschulen abzubauen. Dadurch sollen immense Kosten in der Bildung gespart werden. Nach eigens ihrer Aussage auf einer Veranstaltung in Oranienburg widersprach sie sich aber gleichzeitig und erklärte allen Anwesenden, dass Inklusion ganz und gar kein Sparmodell ist. Sie bekräftigte sogar die Annahme, dass dieses neue Bildungsmodell mit vielen Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Die Schulen in Brandenburg sind räumlich und technisch dafür noch nicht ausgerüstet.

Um Inklusion durchzuführen, ist es notwendig, bedeutend mehr Lehrkräfte einzustellen. In jeder Klasse sollen zwei Pädagogen unterrichten. Jeder Pädagoge soll in naher Zukunft ein Studium in Sonderpädagogik erhalten. Eine schnelle Umsetzung der Bildungsrichtlinie ist aufgrund der obengenannten Kriterien im Moment nicht möglich. Mit den heutigen Rahmenbedingungen an Brandenburgs Schulen ist zu befürchten, dass begabte Schüler nicht mehr ausreichend qualitativ gefördert und Kinder mit einer Lernbehinderung ihren eigenen Anforderungen nicht gerecht werden können. Vor dem Potsdamer Landtag gab es zu diesem Thema Demonstrationen wie nie zuvor. Eltern, Lehrer und Direktoren gingen auf die Barrikaden. Daraufhin wird nun das Thema neu überdacht und man versucht mit kompetenten Fachleuten neue Ansätze zu finden.
 

Unser Standpunkt als CDU Oberhavel

Die CDU Oberhavel steht dem Thema Inklusion aufgrund der heutigen Rahmenbedingungen in Brandenburgs Bildungssystem kritisch gegenüber. Nichts desto trotz müssen wir versuchen, den Bürgerinnen und Bürgern die Furcht vor diesem Thema zu nehmen. Bedauerlicherweise sind noch viele Fragen zur Durchführung der Bildungsrichtlinie durch die Landesregierung gar nicht oder zumindest nicht abschließend geklärt. Wir Christdemokraten sehen insbesondere folgende Fragen als erfolgskritisch an:

 

-          Wenn alle 47 Förderschulen geschlossen werden sollen, was passiert dann mit den Kindern, die nicht auf eine Regelschule aufgenommen werden können?

 

-          Aus welchem Haushaltsposten werden zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer sowie Sonderpädagogen bezahlt?

 

-          Wie sehen die räumlichen (Mindest-)Standards in einer zukünftigen inklusiven Schule aus?

 

-          Mit welchen Kosten ist im Rahmen dieser Umbaumaßnahmen zu rechnen? Inwiefern werden die Schulträger dabei finanziell unterstützt?

 

-          Wie sieht die zukünftige Klassengröße aus und wie viele Kinder davon kommen von einer Förderschule? Wie ändert sich der Personalschlüssel pro Klasse?
 

-          Wie kann die Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden?

 

-          Wie kann eine werteorientierte Schulbildung in den Vordergrund gestellt werden? 

-      Inwiefern werden Anforderungen der Wirtschaft in der Schulbildung berücksichtigt?

 

Der Arbeitskreis Bildung der CDU Oberhavel beschäftigt sich intensiv damit. Wir werden in naher Zukunft Förderschulen besuchen und mit den Direktoren in einen intensiven Erfahrungsaustausch eintreten.

Die daraus resultierenden Probleme und Erfahrungen der letzten Jahre können somit für die neue Bildungsrichtlinie in Brandenburg mit eingebracht werden. Der Arbeitskreis setzt sich außerdem mit dem Schulamt in Perleberg auseinander, wie der Unterricht qualitativ und quantitativ optimaler gestaltet werden kann, wie dem hohen Unterrichtsausfall und dem hohen Krankenstand der pädagogischen Lehrkräfte entgegengewirkt werden kann, Ausstattung der Schulen etc..

Der Arbeitskreis Bildung hat sich zum Ziel gesetzt, beim nächsten Landesparteitag einen Antrag zum Geschichtsbewusstsein zu stellen. Dieser soll beinhalten, die Geschichte der DDR in den Lehrplan aufzunehmen. In Brandenburg sollte ein Besuch des ehemaligen Stasigefängnisses Hohen Schönhausen verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler sein und auf dem Lehrplan stehen.

 

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